Reanimiert. Zum Danke sagen.

Ein wundervoller Tag, dieser Ostermontag 2013, neigt sich dem Ende entgegen. Wundervoll, da ich da am Himmel so etwas wie einen Lichtstrahl erkennen konnte. Nachdem ich einen Passanten gefragt hatte, was das wohl sei, antwortete er: Die Sonne. Und empfahl, inne zu halten. Um das Phänomen auszukosten.

Inne halten. Tja, wenn das mal nicht eine Steilvorlage ist. Denn: Inne gehalten habe ich tatäschlich in den letzten Tagen.

Danke, liebe wbpr_ Kommunikation

Warum: Vor rund zwei Wochen war mein letzter Arbeitstag bei der Agentur, bei der ich zuletzt fast 8 Jahre lang gearbeitet habe: wbpr_ Kommunikation. Seitdem: Inne halten. Auch was die Finger anbelangt: Zwei Wochen komplett ohne Smartphone. Und ich hatte nicht einmal einen Cold Turkey. Aber gezuckt haben die Hände schon. War doch bis dahin das iPhone meist nur einen Griff entfernt.

Ruhige zwei Wochen also, ehe es am 02. April an neuer Stelle, mit neuen Aufgaben, mit neuen Kollegen wieder los geht. Aber bevor das der Fall ist, gilt es “DANKE” zu sagen.

<Lobeshymne auf wbpr>

Denn der Entschluss, wbpr zu verlassen, war verdammt schwer – weil es eine tolle Agentur ist, bei der man viel erreichen kann. Muss man, wenn man eine Agentur verlässt, aber gleich ein brach liegendes Blog wiederbeleben?

Ja – wenn man dort mit so schwerem Herzen geht, wie ich. Schweren Herzens vor allem auch wegen der Menschen bei wbpr. Ich durfte ein Top-Team leiten, mit zuletzt 9 tollen Kollegen. Manche aus meinem Team, aber auch aus den anderen Teams, waren am Ende sogar nicht nur Kollegen, sondern sind gar Freunde geworden. Und deswegen macht es Sinn, so ein kleines Blog wieder etwas Leben einzuhauchen.

Wem gilt es noch – neben: Manu, Stefan, Eva-Maria, Philip, Anne, Annekatrin, Henrik, Andra, Karin, Vera und all den anderen tollen Menschen dort – DANKE zu sagen? Drei Personen.

  • Gründer Dietrich “GU” von Gumppenberg hat seit 1980 echt was aufgebaut. Meinen Respekt!
  • Der gilt genauso, wenn nicht sogar (noch) mehr den beiden aktuellen Geschäftsführern. Und hier insbesondere dem wbpr-Urgestein Markus Eicher. Er hat seit Jahren, mit besonderer Bravour auch in den schwierigen Jahren 2009 und 2010, …
  • … und seit zwei Jahren auch mit dem Ex-Scholzler Dr. Andreas Bachmeier

… die Agentur in seinem bzw. ihrem Sinne geführt, und dies erfolgreich: Die Agentur steht in München auf sehr solidem Fundament, in Berlin sind nach der Neuausrichtung auch die ersten Kunden an Bord.

</Lobeshymne>

Ich bin mehrfach gefragt worden: Warum verlässt Du wbpr? Wo doch augenscheinlich sehr vieles sehr gut zu sein scheint?

Die Antwort ist dreiteilig: Wenn überhaupt, dann macht es jetzt Sinn zu wechseln. Denn in schlechten Zeiten zu gehen, hat, finde ich, immer eher einen Beigeschmack.

Zudem reizt mich das Neue: Ein Mash-Up zu fahren, aus dem eigenen Können und neuen Perspektiven, neuen Impulsen von augenscheinlich ebenfalls fachlich exzellenten Kollegen – das ist reizvoll.

Und: Der neue Arbeitgeber ist einen guten Ticken größer als wbpr. Das ist ebenfalls reizvoll, für mich, jetzt und in diesem Moment.

Hallo, ergo Kommunikation!

Ab dem 01. April 2013 formell, ab dem 02. April – aufgrund des eingangs erwähnten Ostermontags – starte ich ofiziell bei ergo Kommunikation in München.

Die Vor-Gespräche mit den neuen Kollegen in München, sowie dem Gründer Hans Ulrich Helzer waren vielversprechend. Ich freue mich darauf, und werde berichten.

Und was macht eigentlich der ehemals überzeugte Herr Sievers? Er wird ist jetzt PR-TussiBerater

Auch Ihnen, werter Herr Sievers, werde ich berichten. Obwohl dies nun ja nur mehr halb so lustig sein wird. Schließlich haben Sie selbst vor etlichen Monaten die Seiten gewechselt. Und sind jetzt selbst das, was Sie vor nicht allzu langer Zeit “unter Drei”, wie Sie damals so schön gestelzt sagten, eine “PR-Tussi” nennen. Verraten Sie uns: Heißen Sie evtl. Tanja-Anja oder so mit zweitem Vornamen?

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Verlinkt (3): Immer und überall online – Ulrike Langer

Mit großem Interesse und ständigen Kopfnicken habe ich heute, lieber Sievers, dieses Posting von der geschätzten Journalistin (ich vermeide das Wort Webexpertin – da zu inflationär und beliebig; angesichts dieser Thesen) Ulrike Langer gelesen.

Ich werde dazu Stellung beziehen. Sie auch? Denn irgendwie passt es doch recht gut zu meiner letzten Frage, finden Sie nicht?

Zu der Sie, btw, noch immer nicht Stellung bezogen haben. Geschweige denn die Frage beantwortet. Dies aber nur am Rande, lieber Sievers.

Und ja: Es geht nicht mehr um Social Media. Sondern um viel mehr. Sehr spannend, diese Zeiten.

Übrigens: Ihr Chef hat mir gestern mit seinen Thesen beim Mediacofee sehr gut gefallen. Was für die anderen Panel-Teilnehmer nur bedingt gilt. Aber das ist ein anderes Thema.

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Statusbetrachtung: Social Media, bist Du in der Krise?

Dieser Tage, lieber Sievers, breitet sich eine Welle aus. Spürbar schon seit Monaten. Und doch wurde es erst in den letzten Tagen richtig greifbar: Unsere Branche tut sich schwer, Social Media weiter (abstrakt) zu diskutieren.

Und auch mir geht es so: Es ermüdet, die schon zigmal diskutierten grundsätzlichen Erkenntnisse nochmals durchzukauen. Und dies immer schön theoretisch. Ja nicht der Praxis zuwenden, denn sonst könnte ja die Avantgarde mit unsachlicher, überheblicher differenzierter Kritik um die Ecke kommen.

Die Welle rollt. Doch wohin? Social Media scheint in der Krise zu sein. Die Betonung liegt jedoch auf dem “scheint”.

Denn: Ich sehe es ähnlich wie Olaf Kolbrück: Es sollte doch gar nicht (mehr?) um die bisher dominante Frage gehen, WIE Social Media betrieben werden MUSS. Oder sollte. Oder könnte.

Sondern um die Frage, was man daraus macht.

Als Privatperson. Als Unternehmen. Als Medium gar. Als SocialMediaEvangelistDigitalNativeExperte (weitere Stellenbeschreibungen bitte selbstständig ergänzen) oder als was auch immer.

Wenden wir uns doch einmal diesem Thema zu, lieber Sievers. Haben Sie Zeit und Lust, sich an – sagen wir – fünf (um in Ihrem Chargon zu bleiben: steile) Thesen zu wagen, die mehr bieten als das schon ein paar Mal gehörte?

Interessieren würde mich bspw., wie Sie als Vertreter der journalistischen Seite des Medienbetriebs die Frage nach Sinn, Zweck und Ziel des Einsatzes von Social Media beantworten. Aber Achtung, dass Social Media von Journalisten dazu genutzt werden kann, selbst zu Marken zu werden – das hatten wir schon. Und dass Social Media irgendwie so ne Art Revolution ist oder doch nur sein könnte – tja, das wissen wir ebenfalls.

Also, ran an die Tastatur. 5 Thesen zur sinnvollen Nutzung von Social Media; nein, noch besser: 5 Thesen zur Zukunft, zu Anwendungsmöglichkeiten – und zwar für Medienunternehmen. Am bestem gleich verknüpft mit einer Einschätzung, ob das ganze dabei hilft, (wieder) profitabel zu werden. Denn allzu gut geht es – im Gesamten betrachtet – Ihrer Branche ja gerade nicht.

Ich werde das kontern. In einem nächsten Post. Und versuchen Ansätze zu skizzieren, die einen Weg aus der Krise bedeuten. Ach ja! Wir haben ja gar keine Krise. Nur eine scheinbare. Also: Voran, lieber Sievers. Damit wir mal wieder was Sinnvolles tun.

Foto-Quelle: Michael Riedel/ Flickr

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Verlinkt (2): Case-Study über CRM, Social Media, Google und vieles mehr

Nicht mehr taufrisch – was angesichts Ihres nahenden Geburstags, lieber Sievers, übrigens rein auf den Fall, nicht auf Sie bezogen sein will -, aber dennoch beeindruckend ist das unten verlinkte Blogposting. Es zeigt in meinen Augen komprimiert viele Facetten von Kommunikation, Social Media und dem Nutzen von Dialogbereitschaft auf – und deren Schnittstellen: CRM, fehlendes CRM, Folgen, Krisen-Kommunikation (oder zumindest Bedarf dazu) und vieles mehr.

Hier entlang – auf zum Czyslansky-Blog.

Wobei wir uns, lieber Sievers, beim nächsten Mal lieber einem Best Case zuwenden sollten. Denn die negativen Aspekte zu betonen, dass ist doch dann Journalismus, nicht wahr? Bad News sollen sich besser verkaufen lassen. Ist da etwas dran? Produzieren Sie besonders gerne schlechte Nachrichten, lieber Sievers?

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Lieber Björn Sievers, es kann wieder losgehen

Mein lieber Sievers, ich freue mich darauf. Wirklich sehr. Ich freue mich darauf, mit Ihnen aufs Neue unsere teils unterschiedlichen Blickwinkel auf den “Medienbetrieb” zu diskutieren. Der geneigte Leser mag sich ob der Anführungszeichen wundern – ist Manz nun Journalist? Ist Sievers gar auf die PR-Seite gewechselt?

Nein. Alles beim Alten. Und doch alles neu:Wer 2010 über den Diskurs zwischen Journalismus und PR diskutiert, landet eher früh als spät in Fragen rund um den “Medienbetrieb”. Wegen Social Media? Auch. Aber die Medienkrise, der Abbau zahlreicher Stellen auf beiden Seiten und vieles mehr rückt scheinbar auch darüber hinaus die Fronten näher zusammen. Oder gerade nicht? Darüber will ich mit Ihnen diskutieren. Mal sehen, ob Sie zwischenzeitlich zum Medienarbeiter taugen…

In jedem Fall freut es mich, dass wir nach einer kleinen, schöpferischen Ruhepause (diese Beschreibung ist PR!), nun mit neuem Design und neuen Ideen erneut in den Ring steigen.

Was erwartet den Leser: Neben neuen Diskussionen zwischen Medienarbeitern mit unterschiedlichem Hintergrund werden wir unser Blog bei entsprechenden Anlässen öffnen – und Dritte um Ihre Meinung bitten. Wir verlinken, diskutieren, spielen mit Social Media, der Sprache, Klischees und Vorurteilen. Und diskutieren Wahrheiten. Oder das, was wir davon halten.

Dank sei an dieser Stelle Ihnen, lieber Sievers, gezollt – dass Sie sich einem neuen Theme geöffnet haben. Mehr oder weniger schnell. Und Dank an Jürgen Mayer von Netzdenken.com, der uns dabei unterstützt hat.

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Zitiert: Peter Kruse über das Netz und Transparenz

In der Unternehmenskommunikation setzen noch heute ganze Stäbe alles daran, mit einer Stimme zu sprechen. Heraus kommen Botschaften, die lebensfremd wirken. Social Media ist häufig genau das Gegenteil, eine Überdosis Leben. Kann es einen Mittelweg geben?

Der Psychologe Peter Kruse sagt im Interview mit carta ein paar schlaue Dinge, unter anderem dieses:

Wenn ich möchte, dass das Netz von mir Notiz nimmt, dann ist der Preis der Transparenz kaum zu vermeiden. Man muss ja nicht alles ins Netz stellen und es auch nicht jedem zugänglich machen. Aber mit jeder Beschränkung reduziert sich die potentielle Wirkungskraft – keine einfache Entscheidung.

Kruse bezieht diese Aussagen zwar auf Einzelpersonen – es geht in der Passage um den kurzen oder längeren Ruhm, den das Netz ermöglicht -, doch sie gelten natürlich auch für Organisationen. Mit einem, vermutlich sehr entscheidenden Unterschied: Über Unternehmen (und andere Organisationen) wird im Netz sowieso geredet. Ob sie sich selbst an der Konversation beteiligen, ist dafür nicht entscheidend.

Vermutlich kommen Unternehmen deshalb nicht umhin, transparenter zu werden. Wenigstens ein bisschen.

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Verlinkt: Vom Gatekeeper zum Gatewatcher

Früher waren Journalisten Gatekeeper. In ihre Publikationen haben sie nur diejenigen Informationen gelassen, die sie für würdig befunden – und überprüft hatten. Mit dem Netz ändert sich das, schließlich kann jeder publizieren. Der Journalist wird zum “Gatewatcher”.

In seinem Aufsatz “Vom Gatekeeping zum Gatewatching” (PDF) beschreibt der Medienwissenschaftler Axel Bruns den Wandel, den Journalisten – und auch Medienkonsumenten – gerade durchlaufen. Journalisten, so seine Argumentation, werden zu Bibliothekaren. Allerdings sind sie, wie sollte es in der Netzzeit anders sein, mit dieser Aufgabe nicht allein. Schließlich editieren (fast) alle irgendwie mit an diesem Internet und den Informationsströmen. Lesenswert, auch wenn schon etwas älter (2005 im Original, Übersetzung 2008).

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Ehrlichkeit & PR: Eine Frage der Formulierung?

Also, lieber Sievers, jetzt mal “ehrlich” (was für ein…): Sie hängen sich jetzt tatsächlich an der Frage auf, ob PR nicht immer ehrlich sei?

Grundsätzlich gilt: PR muss ehrlich sein. Offen. Und doch ist PR eben auch ein Spiel der Worte. Ein Problem ist für uns eine Herausforderung. Das Glas halbvoll, nicht halbleer. Ist das gelogen?

Sie und Ihre Kollegen, lieber Sievers, ist es lieber andersrum.Halbleeres Glas. Krise statt Chance. Warum eigentlich? Weil sich “Bad News” besser verkaufen”?

Und: Journalismus sollte doch eigentlich auch, v.a. wenn es um Bewegtbild geht, ein gewisses Schmunzeln bei derartigen Formulierungen im Gesicht des Sprechers nicht übersehen.

Ach ja, wie schätzen SIE eigentlich den Markt ein? Also: Unseren. Den PR-Markt. Haben wir eine Krise, die über die Frage ehrlicher Kommunikation hinausreicht? Ich bin gespannt.

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GPRA-Präsident Alexander Güttler über Ehrlichkeit in der PR

Entlarvend, lieber Manz, sind oft Kleinigkeiten. Nebensätze. Subtext. Ein Beispiel liefert uns GPRA-Präsident Alexander Güttler. In einem Interview zu Situation und Zukunft der PR-Agenturen sagt er: “…wenn wir ehrlich sind und die PR mal beiseite lassen”. So etwa bei Minute 1:14:

Und ich dachte, lieber Manz, PR sei immer ehrlich? Etwa nicht?

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Das Internet-Manifest: Wenig neue Inhalte, aber mustergültig in Sachen Nachhaltigkeit

Lieber Sievers, was machen wir beide da eigentlich? Beide sind wir – bei aller Unterschiedlichkeit in der Betrachtungsweise – davon überzeugt, dass Social Media eine (kulturelle wie kommunikative) Revolution ist. Für den Journalismus genauso wie für die PR. Aber die Frage lautet: Wohin führt diese Revolution?  Gegenwärtig, so scheint es mir, überhitzt sich diese Revolution. Jeder will dabei sein. Etwas sagen. Und immer mehr immer weniger Stichhaltiges wird kommuniziert. Es ist also höchste Zeit, die Inhalte zu forcieren. Und sich das Web zu Nutze zu machen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Just heute ist sollte genau dies geschehen. 15 Lautsprecher Vordenker haben gegen 11.00 Uhr das “Internetmanifest” herausgegeben. In perfekter PR-Manier: Zeitgleich, aufeinander abgestimmt. Die Folgen würden jedem PRler das Herz höher schlagen lassen. Denn das ganze zieht seine Kreise. Sehr schnell. Rasend schnell sogar. Vor kurzem hat gar Jaff Jarvis höchstpersönlich dazu getwittert. Mehrmals. Ein weltweites Thema also.

Wie kommt es dazu? Liegt das am Inhalt, am Fachlichen? Oder v.a. an der Tatsache, dass eine abgestimmte Aktion von 15 (!) “Köpfen” des Webs unweigerlich Gehör finden MUSS? Jedes zwischen, sagen wir, 15 Bundestagsabgeordnete Bundesliga-Managern abgestimmtes “Manifest” würde sicherlich ebenso Wellen schlagen.  Aber eben vielleicht nur in der nächsten Tageszeitung. Was aber ist mit der Nachhaltigkeit, der Zeitachse? Der langfristigen Auffindbarkeit?

Wenden wir uns also den Inhalten zu. Sind sie für den kleinen Web-Tsunami verantwortlich, den wir Deutschen scheinbar auslösen? Was steht denn wirklich drin im Internetmanifest? Sehr viel Wahres. Aber meines Erachtens eben auch sehr wenig Visionäres. Exemplarisch sei in diesem Kontext auf Horizont-Chefredakteur Schütz verwiesen.

Und doch habe ich das Manifest gebookmarked. Denn: Es sind, allen – zumindest teilweise – fraglichen Formulierungen zum Trotz (“es gibt kein zuviel an Informationen”; doch, die gibt es!) grundsätzlich richtige, und v.a. stark verdichtete und zugespitzte Thesen. Die zwar nicht allzu neu sind für jeden, der im Web kommuniziert. Und auch nicht nur den Journalismus betreffen. Sondern auch die PR, die Kommunikation als Ganzes.  Die man bei Diskussionen mit Web-kritischen Dialogpartnern daher Fach-übergreifend heranziehen kann.

V.a. aber habe ich es als “Business Case” gebookmerked, weil es unter Garantie die Kernthese von Jarvis bestätigen wird, dass Verlinkungen das wichtigste sind, nachzulesen in seinen Veröffentlichungen oder bei der FAZ.

„Verleger müssen wie Google denken. Sie denken aber meist noch wie Yahoo, der letzte Vertreter der alten Medienunternehmen im Netz. Yahoo will die Inhalte besitzen und die Menschen dazu bewegen, auf die Yahoo-Seite zu kommen. Diesen Menschen soll dann so viel Werbung wie möglich gezeigt werden. Das ist das alte Modell. Google dagegen verteilt seine Produkte über das Internet, seine Landkarten, seine Videos und seine Werbung. Das ist das neue Modell. […] Das Schlüsselwort lautet Hyperlinks. Mit diesen Empfehlungen von anderen Internetseiten werden neue Leser gewonnen, die über die Marke nicht gekommen wären. Inhalte ohne Links haben wenig Wert im Netz.“

Mit jeder Verlinkung des Manifests zementiert sich die Wirkung. Unweigerlich. Langfristig. Unkontrollierbar für all diejenigen, die etwas anderes im Sinn haben (vgl. hierzu auch Meedia.de) . Und DAS ist m.E. das eigentlich spannende an dem Internetmanifest – es spielt und nutzt das Netz, und dessen Wirkmechanismus.

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