Archiv für Januar 2006


Beischlafdiebstahl und Beischlafschwarzarbeit

23. Januar 2006 - 21:04 Uhr

Ein bisschen gemein ist das schon, denn uns ist bewusst, dass die Polizei einen schier unendlichen Fundus an Seltsamkeiten produziert. Und doch können wir nicht anders, zumal wenn wir so charmant auf Beischlafdiebstahl und Beischlafschwarzarbeit hingewiesen werden (danke, Simone).

Die Polizei Bochum erzählt uns also die Geschichte eines Mannes und einer Frau, von Lust und von Geld:

“Des Öfteren vollzieht ein Herner in seiner Wohnung den Beischlaf mit einer Frau aus Wanne-Eickel. Sein Entgelt für den Liebesdienst: 30 Euro. Als er am 20. Januar nach dem “Akt” aus dem Bad in das Schlafzimmer zurückkehrt, sieht er noch, wie die Wanne-Eickelerin quasi fluchtartig seine Wohnung verlässt. Nur wenige Augenblicke später bemerkt er, dass sein Portmonee nicht mehr in seiner Hosentasche steckt. Was folgt: Eine Anzeigenerstattung bei der Polizei in Wanne-Eickel (Diebstahl aus Wohnungen). Den Polizeibeamten gelingt es, die Frau zu ermitteln. Diese teilt den Polizisten mit, dass sie arbeitslos sei und ihren Lebensunterhalt durch Hartz IV bestreite. Zu dem Diebstahlvorwurf macht die Frau keine Angaben. Sie gibt den Beamten aber zu verstehen, dass der Beischlaf mit dem Opfer eine für sie auf Gewinn ausgerichtete Erwerbstätigkeit sei. So müssen die Polizisten die Anzeige um einen weiteren Geschädigten, nämlich die Agentur für Arbeit, sowie drei Verstöße erweitern. Da wären der Betrug zum Nachtteil von Sozialversicherungsträgern, die Steuerhinterziehung sowie der Leistungsbetrug. Die Ermittlungen in Sachen Beischlafdiebstahl und Beischlafschwarzarbeit dauern an.”

Alles klar. Nur eine Frage noch: Wem ist denn der Beischlaf gestohlen worden. Der Mann hat ihn doch bekommen, die Frau auch. Ach so, natürlich, der Agentur für Arbeit, und zwar mithilfe der Beischlafschwarzarbeit.

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FIFA stelzt WM-Gala ab

13. Januar 2006 - 14:45 Uhr

Die FIFA hat ihre WM-Eröffungsgala abgesagt. Vielleicht besser so. Denn die “Durchführung” der Gala hätte vermutlich eh keinen Spaß gemacht:

“Aufgrund einer erneuten eingehenden Analyse für die erfolgreiche Verlegung eines neuen Rasens nach der Durchführung der für den 7. Juni 2006 im Berliner Olympiastadion geplanten Gala der FIFA WM 2006 kam die FIFA zum Schluss, die Veranstaltung abzusagen.”

Vielleicht aber entgeht uns doch etwas, denn die Gala sollte nicht nur zur “Durchführung”, sondern – hört, hört – auch zur “Austragung” gebracht werden:

“Es hat sich auch nach den Ende 2005 getätigten Datumsverschiebungen für die Austragung der Gala bzw. des ersten Gruppenspiels im Olympiastadion Berlin (7. und 13. Juni statt 8. und 12. Juni) gezeigt, dass ein termingerechter Abbau der aufwendigen Bühnen und Veranstaltungstechnik sowie ein darauf folgender Einbau eines neuen Rasens, der ab 12. Juni in perfekter Spielqualität zur Verfügung stehen müsste, nicht ohne erhebliche Risiken möglich ist.”

Am Schluss bleibt allein großes Rätselraten über die wahren Gründe – vermutlich schlicht der schnöde Mammon – und die Frage, wie das eigentlich mit den “getätigten Datumsverschiebungen” funktioniert. Bisher hatten wir nur von der Möglichkeit gehört, Termine zu verschieben. Doch die FIFA bewegt offenbar mehr.

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Chronik eines angekündigten Flickens

6. Januar 2006 - 21:03 Uhr

Am 27.12. taucht eine gravierende Sicherheitslücke im WMF-Format von Microsoft auf – wer sich im Internet ein Bild ansieht, kann plötzlich Spionagesoftware auf seinem Rechner haben. Das Prinzip ist alt, aber der Träger – ein Bild – ist neu.

Drei Tage später erklärt Microsoft, wie man das Problem umgehen kann, aber der “Workaround” funktioniert nicht lückenlos. Am nächsten Tag taucht der erste Wurm auf, der infizierte WMF-Dateien verbreitet, erst per Chatprogramm, dann per Mail. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überlegt über eine Woche, bis es vor “Kriminellen Attacken” auf die Schwachstelle warnt. Microsoft gibt sich bis zu diesem Zeitpunkt gelassen: “Das effektive Risiko ist minimal”, erklärt Thomas Baumgärtner, Pressesprecher für den Bereich Sicherheit bei Microsoft Deutschland, obwohl seine Firma selbst die Lücke als “kritisch” einstuft. Man werde einen Software-Flicken (Patch) bereitstellen, aber erst am nächsten regulären Update-Tag, dem 10.1., schließlich müsse man noch ausgiebig testen (mittlerweile hatte jemand anders schon einen programmiert und getestet).

Am 06.01.2006, zehn Tage nach dem Ausbruch, dann plötzlich die Wende: die Tests des Updates seien “schneller als erwartet vollendet”, sofortiger Download möglich.

Meine Güte, warum die Eile…

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Blindgänger

6. Januar 2006 - 20:32 Uhr

Willkommen auf dem mittelalterlichen Jahrmarkt:

“Eine Weltsensation – das scheinbar Unmögliche – ist wahr geworden. Das gab es noch niemals vorher in der Geschichte der Medien- und Verlagslandschaft. Es gibt viele ‘blinde Chefredakteure’, ABER nur einen einzigen, der wirklich nichts sehen kann!

meldet die Erick Medien & Handel GmbH gemeinsam mit der Verlagsunion.

Dank an Joerg-Olaf für den Tipp.

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