22. März 2006 - 09:42 Uhr
Wir sind natürlich nicht die Einzigen, die Pressemitteilungen hier und da mal ein bisschen kritisch von der Seite anschauen. Der Herr Sixtus macht das auch ganz vortrefflich. Und zwar konkret hier.
Da wird aus dem bekannten Gejammer der Musikindustrie – an dieser Stelle auch von heise.de transportiert – über Umsatzrückgänge und Tauschbörsen schwurbeldischwups eine Jubelmeldung für die unabhängigen Labels im Land.
Verbindlichen Dank, Herr Sixtus.
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20. März 2006 - 12:17 Uhr
Die PR-Agentur Profact Communications aus Essen veranstaltet ein lustiges Ratespiel.
Was mag diese Überschrift einer Pressemitteilung wohl bedeuten?
Stirb langsam – am Steuer
Langsamer Unfalltot? Wodurch? Weniger Unfalltot? Wie denn? Besserer/schlecherter Tot am Steuer?
Nö, es geht – wer hätte das gedacht – um Navigationssysteme, genauer um die Stimme aus dem Off:
“Fans des US-Schauspielers Bruce Willis (“Stirb langsam”) können sich ihren Helden jetzt ins Auto holen: als Navigationsstimme.”
Willis’ deutscher Synchronsprecher Manfred Lehmann findet das ganz prima:
“Eine Super-Sache”, lässt er sich zitieren.
Auch seiner Tochter will er seine Stimme für ihr Navi schenken, “damit sie während der Autofahrt immer an mich denkt”.
Wir wünschen unfallfreie Fahrt.
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2. März 2006 - 19:26 Uhr
In einer Pressemitteilung für Cognos schreibt Hiller, Wüst und Partner am 10. Februar:
Für Banken hat Performance Management höchste Priorität
Abgesehen davon, dass „Priorität“ laut Duden „Vorzugsrecht, Erstrecht, Vorrang“ bedeutet und also ganz prima ohne weitere Erhöhung auskommen würde, basiert diese Annahme auf folgenden Daten:
50 % der Führungskräfte der Banken sagten, dass die Einschätzung der Leistung einzelner Bereiche die dringendste Herausforderung für Retailbanken darstellt
was wir ohnehin sprachlich fragwürdig finden, aber viel fragwürdiger wird das Ganze, wenn wir kurz darauf lesen müssen, dass
(…) mit 64 % die Verbesserung des Kundendienstes hohe Beachtung findet (…)
Hier hingegen scheint uns “höchste Beachtung” eher angebracht: Offensichtlich sind die Kunden den Banken immer noch wichtiger als die „Performance“ – auch wenn das nicht ins PR-Konzept passt.
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2. März 2006 - 15:17 Uhr
In den mittelständischen Unternehmen der IT-Branche herrschen jetzt Friede, Freude und Eirkuchen. Das zumindest behauptet der Verband der EDV-Software- und -Beratungsunternehmen. Er schreitbt :
“Wir sind Marktführer!”
Alle zusammen. Wettbewerb war gestern, offenbar.
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2. März 2006 - 11:29 Uhr
Nachdem wir gestern an dieser Stelle bereits über Himmelstürmer berichteten, wenden wir uns heute gar Göttlichem zu. Denn SCHWIND.pr spricht zu uns:
“Gott sprach: “Es werde Licht”
und fügt sogleich hinzu:
“Und es ward Licht – dank moderner Fenster.”
Im folgenden Text, in aller Heiligkeit gehalten, erfahren wir sogleich, dass nicht nur Fenster gen Süden, sondern auch in andere Himmelsrichtungen “sich als Pfade zur Erleuchtung erweisen” können. Da sei es doch eine “tolle Fügung”, dass neue Fenster noch mehr Licht hereinließen. Und wir lernen, dass der Trend zu großen Fenstern beweise, dass das Bedürfnis nach lichtdurchfluteten Wohnräumen mit der Zahl der “Tageslichtanbeter” wachse und es “keiner Vorsehung” bedürfe, dass dieser Trend anhalte.
Und wir dachten immer, Fensterputzen einmal im Jahr allein bringe die Erleuchtung den Durchblick.
Als Ergänzungslektüre empfehlen wir die im stilsicheren Design von 1995 gehaltene Homepage des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller, die Auftraggeber des Ablassbriefes sind.
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1. März 2006 - 12:22 Uhr
Die einen haben ihn, die anderen nicht: den Mut, nach den Sternen zu greifen. Die Damen und Herren des Internetverlags itm-pec gehören offenbar zu den Himmelsstürmern.
Denn sie verkünden nicht weniger als “das Aus für die Vogelgrippe”, leider nur virtuell auf der Spielesite Games.de. Aber das macht ja nichts.
Das hält die Herrschaften dennoch auch nicht davon ab zu behaupten schreiben, die Spieler könnten “Deutschland retten”. Dazu müssten sie nur so viele Hühner wie möglich gegen den gefährlichen Virus impfen.
Nun ja, die Übertreibung ist auf den ersten Blick zu erkennen. Schwamm drüber.
Leider nur ist das Spiel mit dem Titel “Hühnerretter” nicht einmal das, was es sein könnte, ein “poppiges und unblutiges Ballerspiel mit sicherem Spielspaß”. Eher handelt es sich um eine versuchte Wiederbelebung des Moorhuhns – ist ja nun auch schon sechs Jahre her.
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