Wie liefe ein Journalisten-Alltag OHNE PR…

… fragt sich mein geschätzter Kollege Stephan Eichenseher in dessen Blog Silberlicht. Eine provozierende Frage, gewiss. Hergeleitet über die ironische Bestandsaufnahme, dass Streiks derzeit Konjunktur haben. Was wäre also, wenn die PR-Riege streiken würde?

These hierzu: Starkes Aufatmen bei vielen Journalisten. Die PR als lästig empfinden, ggf. sogar als unnötig. Woher das kommt? Sicherlich auch davon, dass viele PR-ler schlecht ausgebildet sind, letztlich jeder sich selbst einen PR-ler nenen darf, keine Redaktionsabläufe kennen etc. Doch m.E. eben auch, weil Journalisten allzu oft eine stark ausgeprägte Eitelkeit mit sich bringen.

Aber: PR-ler machen doch viel mehr – wenn sie ihren Job verstehen. Sie bringen Meinungen in Bewegung – mit & über Journalisten bzw. Medien. Aber auch bei Multiplikatoren, Politik, Öffentlichkeit. Also der jeweiligen Zielgruppe. Sind Sparringspartner bei strategischen Fragen. Löschen Brandherde – oder entfachen auf Wunsch auch ein Feuer, denn Feuer zieht an. Und: Agieren immer mehr auch OHNE Journalisten – weil diese dank Social Media & Co manchmal gar nicht mehr gebraucht werden, um die Botschaften an die Zielgruppe zu bringen.

Doch zurück zum Verhältnis Medien – PR. Die Frage, die Eichenseher gewohnt gekonnt und wunderbar ironisch aufstellt, lautet: Würden Journalisten wirklich (noch) ohne PR-ler auskommen? Wie könnten sonst die kleinen, aber oftmals unheimlich spannenden Geschichten den Weg in die Medien finden, wenn gleichzeitig landauf, landab Journalistenstellen gestrichen, Redaktionen zusammengelegt, „Kosten optimiert“ werden? Sind gute PR-ler nicht eine willkommene Hilfe? Als echte Netzwerker, die Leute zusammenbringen? Die Themen sauber vorbereiten? Die Arbeit erleichtern?

Also, lieber Herr Sievers, was meinen Sie? Gibt es ein Journalisten-Leben ohne PR? Macht so etwas Spaß?

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