Sie, lieber Manz, nennen es “Nachfassen”, wenn ich mich richtig entsinne. Wobei das Nachfassen ja nur eine der beiden Anrufvarianten ist, die – zumindest aus Journalistensicht – typisch sind für Ihre Zunft ist. Denn Nachfassen bedeutet ja, dass es schon zuvor eine PR-Aktion gegeben hat: vielleicht einen ersten Anruf, eher jedoch eine Pressemitteilung oder Einladung. Daneben gibt es natürlich noch die Anrufe, mit denen der geneigte PR-Arbeiter ein Thema, eine Veranstaltung und gerne auch mal eine Pressemitteilung ankündigt.
Wie dem auch sei: Diese Anrufe nerven Journalisten. Das habe ich natürlich immer schon gesagt. Und jetzt endlich bestätigt mich eine Studie. Die dpa-Tochter News Aktuell und das Marktforschungsinstitut Faktenkontor haben herausgefunden, dass 42,9 Prozent der Journalisten “nervende PR-Leute” nerven. Also genauer genommen empfinden sie diese Gruppe ihrer Zunft als das schlimmste Übel in ihrem Job. Als unangenehm empfinden sie außerdem “auskunftsfaulen Pressestellen” – immerhin 40,2 Prozent. Die Scoops der Kollegen nerven dagegen nur 8,1 Prozent meiner Kollegen.
An meine Frage nach den Pressemitteilungen per E-Mail schließe ich damit eine weitere Frage an: Was bringt es eigentlich, das Nachfassen und das andere Anrufen, für das es bestimmt auch einen Fachbegriff gibt?
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