Chef-Sache ist so eine Sache – bei T-Mobile

Eine kleine Ergänzung zu unserer jüngsten Konversation, lieber Manz. Sie schreiben:

„Wer über Sprecher (und nicht über den Chef) in einer derartigen Krise kommunizieren lässt, wird verlieren.“

Und da habe ich eine gute Nachricht für Sie. Denn T-Mobile hat Ihr Flehen erhört. Deutschland-Chef Georg Pölz hat gesprochen. Also fast jedenfalls. Eigentlich hat er eher schreiben lassen. In einer Pressemitteilung lesen wir:

„Wir bedauern diesen Vorfall und entschuldigen uns bei unseren Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Derzeit analysieren wir diesen Vorfall genau, um eine Wiederholung auszuschließen.“

Das ist mehr als nichts. Aber ist es genug? Angesichts der Größe des Desasters – immerhin konnten Millionen Kunden stundenlang nicht telefonieren, für ein Mobilfunkunternehmen ein Gau – immer noch eine schwache Leistung, sagt der Kunde in mir. Und das auch der Journalist.

Dem Journalisten fällt außerdem noch etwas auf: T-Mobile versieht seine Pressemitteilung zum Netzausfall zwar mit einem Datum, nicht jedoch mit einer Uhrzeit. Der Quelltext trägt jedoch einen Zeitstempel, den vermutlich das Content Management System gesetzt hat:

<meta name=“datecontent=“2009-04-22T16:30:00“ /> 

Wenn wir den der Einfachheit halber mal glauben, dann hat T-Mobile mehr als 24 Stunden gebraucht, um ein knappes Statement des Chefs auf der eigenen Website zu veröffentlichen. Und ich dachte immer Mobilfunk sei total modern und ein Teil unserer beschleunigten Welt. Für mich klingt das eher nach Entdeckung der Langsamkeit.

Ausführlicher hat sich übrigens Technik-Geschäftsführer Günther Ottendorfer in einem Interview geäußert. Immerhin. Aber professionelle Krisenkommunikation sieht, wie Sie, lieber Manz, richtig bemerken, anders aus. Und zwar gegenüber den Kunden ebenso wie gegenüber der Presse. Denn auch wir haben ja nur Happen bekommen.

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