Auf der Suche nach guten Nachrichten

Suche nach guten Nachrichten. Mitten in der Krise. Uff, lieber Manz, da haben Sie uns ein Ei ins Blog gelegt (also eigentlich war es ja Olaf Kolbrück).

Wie Sie wissen, verdiene ich meine Brötchen im Nachrichtengeschäft. Und da ist das mit den guten Nachrichten so eine Sache. „Bad news is good news“, sagt der anglophil angehauchte Nachrichtenmensch. Was er damit meint, ist die Annahme, dass schlechte Nachrichten sich deutlich besser verkaufen als gute. Folgerichtig wird den Medien oft vorgeworfen, sich mit Vorliebe auf Blut, Schweiß und Tränen zu stürzen.

Betrachtet man dieser Tage die gängigen Nachrichtenportale im deutschen Internet, fällt es leicht, sowas wie einen empirischen Beweis zu führen. Die Seiten sind gepflastert mit Finanzkrise und Rezession (seit Monaten), Schweinegrippe (seit einer Woche) und einem Attentat (seit gestern). Als wäre das noch nicht genug, mischen die lieben Kollegen seit heute auch noch eine Portion rechte Gewalt mit hinein.

Medien stürzen sich also wirklich auf schlechte Nachrichten. Das ist die schlechte Nachricht. Doch es gibt auch eine gute. Also, es gibt auch gute Nachrichten. Ich fische mal ein paar aus der vergangenen Woche – ganz willkürlich (und von FOCUS Online):

Umwelt: USA reihen sich in Kampf gegen Klimawandel ein

Wissenschaft: Forscher kommen Ursachen für Schizophrenie näher

Eifersucht: Ehefrau rächt sich an Berlusconi

Mietvertrag: Mehr Flexibilität für Mieter

Baufinanzierung: Mit null Prozent Tilgung durch die Krise

Das ist doch mehr als nichts, lieber Manz. Und das in Zeiten wie diesen. Es gibt sie die guten Nachrichten. Ein Hinweis ist mir in diesem Zusammenhang noch wichtig: Lieber Manz, geneigte Leser, stimmen sie doch einfach ab mit ihren Füßen. Wenn wir, die Journaille, feststellen, dass sie nur noch gute Nachrichten lesen wollen, dann werden wir uns noch ein bisschen mehr darauf konzentrieren (das Thema Konsumentenethik erwähnte ich unlängst an anderer Stelle). Über die Zeitung, die nur auf die falschen Nachrichten setzt, brauchen sie sich jedenfalls nicht mehr zu ärgern.

Bei ärgern fällt mir auf: Jetzt habe ich sie gar nicht gepiesackt, lieber Manz. Das muss ich unbedingt nachholen. Alsbald.

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