Vodafone und die 24-Stunden-Surfer

Erst Sie, lieber Manz, haben mit auf einen Beitrag in einer Zeitung vom Samstag gebracht: Judith Lembke, Wirtschaftsredakteurin bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ), hat sich für ihr Blatt mit der Vodafone-Kampagne „Es ist Deine Zeit“ beschäftigt – und stellt dabei Deutschland-Chef Friedrich Joussen bloß legt mit ihrem Text „Der Kampf um den 24-Stunden-Surfer“ den Finger mitten in die Wunde.

Vodafone-Chef Friedrich Joussen lässt sie sagen:

„Bei den Kritiken im Blog reden wir über 500 Beiträge, wir machen aber Produkte für 40 Millionen Kunden“

Nur hat Vodafone bekanntlich vergessen, mit der neuen Kampagne auch neue Produkte einzuführen – und Blogger haben sehr detailliert erläutert, warum das ein Problem ist. Was genau sollen also die 40 Millionen Kunden kaufen?

Nun wäre es für Vodafone vermutlich zu verschmerzen, wenn nur ein paar Hardcore-Internetnutzer Schwierigkeiten damit hätten. Doch ganz so einfach ist das Spiel mit der Aufmerksamkeit eben nicht, wie Marketing-Professor Tobias Langner der FAZ sagt:

„Während viele Jugendliche zum Beispiel einen iPod benutzen, um in ihrem sozialen Umfeld zu punkten, werden sie kaum mit ihrem neuen Handy-Tarif angeben. (…) „Die Kommunikationsstrategie sollte jedoch eher auf eine gute Preispositionierung als auf den Aufbau einer Fangemeinde abzielen.“

Wir halten also fest: Ein toller Online-Tarif wäre besser gewesen, als teure Werbung mit viel Emotion. Aber das habe ich ja bereits bei anderer Gelegenheit bemängelt.

Auch Joussen scheint im Grunde seines Mobilfunker-Herzens verstanden zu haben, dass es nicht ein paar wild gewordene Blogger sind, auf die sein Unternehmen geprallt ist. Vielleicht ist es ja wirklich die Avantgarde, die Boheme, die die Masse und damit auch das Massengeschäft nach sich zieht. Joussen sagt:

„Dort, wo sie sind, werden in ein paar Jahren auch alle anderen sein.“

Dann hoffe ich mal (für Vodafone), dass er das Ernst meint. Und das hier auch:

„Die Feedback-Kultur finde ich grundsätzlich gut, denn konstruktive Kritik und kreative Ideen können uns helfen, viel schneller und zielgerichteter Produkte zu optimieren.“

Könnte ja sonst passieren, dass jemand anderes auf die Idee kommt, seine Generation Upload mit dem Online-Tarif zu versorgen, den Vodafone vergessen hat der Kampagne beizulegen.

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