Archiv für September 2009


Ehrlichkeit & PR: Eine Frage der Formulierung?

11. September 2009 - 11:37 Uhr

Also, lieber Sievers, jetzt mal “ehrlich” (was für ein…): Sie hängen sich jetzt tatsächlich an der Frage auf, ob PR nicht immer ehrlich sei?

Grundsätzlich gilt: PR muss ehrlich sein. Offen. Und doch ist PR eben auch ein Spiel der Worte. Ein Problem ist für uns eine Herausforderung. Das Glas halbvoll, nicht halbleer. Ist das gelogen?

Sie und Ihre Kollegen, lieber Sievers, ist es lieber andersrum.Halbleeres Glas. Krise statt Chance. Warum eigentlich? Weil sich “Bad News” besser verkaufen”?

Und: Journalismus sollte doch eigentlich auch, v.a. wenn es um Bewegtbild geht, ein gewisses Schmunzeln bei derartigen Formulierungen im Gesicht des Sprechers nicht übersehen.

Ach ja, wie schätzen SIE eigentlich den Markt ein? Also: Unseren. Den PR-Markt. Haben wir eine Krise, die über die Frage ehrlicher Kommunikation hinausreicht? Ich bin gespannt.

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GPRA-Präsident Alexander Güttler über Ehrlichkeit in der PR

11. September 2009 - 11:01 Uhr

Entlarvend, lieber Manz, sind oft Kleinigkeiten. Nebensätze. Subtext. Ein Beispiel liefert uns GPRA-Präsident Alexander Güttler. In einem Interview zu Situation und Zukunft der PR-Agenturen sagt er: “…wenn wir ehrlich sind und die PR mal beiseite lassen”. So etwa bei Minute 1:14:

Und ich dachte, lieber Manz, PR sei immer ehrlich? Etwa nicht?

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Das Internet-Manifest: Wenig neue Inhalte, aber mustergültig in Sachen Nachhaltigkeit

7. September 2009 - 20:51 Uhr

Lieber Sievers, was machen wir beide da eigentlich? Beide sind wir – bei aller Unterschiedlichkeit in der Betrachtungsweise – davon überzeugt, dass Social Media eine (kulturelle wie kommunikative) Revolution ist. Für den Journalismus genauso wie für die PR. Aber die Frage lautet: Wohin führt diese Revolution?  Gegenwärtig, so scheint es mir, überhitzt sich diese Revolution. Jeder will dabei sein. Etwas sagen. Und immer mehr immer weniger Stichhaltiges wird kommuniziert. Es ist also höchste Zeit, die Inhalte zu forcieren. Und sich das Web zu Nutze zu machen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Just heute ist sollte genau dies geschehen. 15 Lautsprecher Vordenker haben gegen 11.00 Uhr das “Internetmanifest” herausgegeben. In perfekter PR-Manier: Zeitgleich, aufeinander abgestimmt. Die Folgen würden jedem PRler das Herz höher schlagen lassen. Denn das ganze zieht seine Kreise. Sehr schnell. Rasend schnell sogar. Vor kurzem hat gar Jaff Jarvis höchstpersönlich dazu getwittert. Mehrmals. Ein weltweites Thema also.

Wie kommt es dazu? Liegt das am Inhalt, am Fachlichen? Oder v.a. an der Tatsache, dass eine abgestimmte Aktion von 15 (!) “Köpfen” des Webs unweigerlich Gehör finden MUSS? Jedes zwischen, sagen wir, 15 Bundestagsabgeordnete Bundesliga-Managern abgestimmtes “Manifest” würde sicherlich ebenso Wellen schlagen.  Aber eben vielleicht nur in der nächsten Tageszeitung. Was aber ist mit der Nachhaltigkeit, der Zeitachse? Der langfristigen Auffindbarkeit?

Wenden wir uns also den Inhalten zu. Sind sie für den kleinen Web-Tsunami verantwortlich, den wir Deutschen scheinbar auslösen? Was steht denn wirklich drin im Internetmanifest? Sehr viel Wahres. Aber meines Erachtens eben auch sehr wenig Visionäres. Exemplarisch sei in diesem Kontext auf Horizont-Chefredakteur Schütz verwiesen.

Und doch habe ich das Manifest gebookmarked. Denn: Es sind, allen – zumindest teilweise – fraglichen Formulierungen zum Trotz (“es gibt kein zuviel an Informationen”; doch, die gibt es!) grundsätzlich richtige, und v.a. stark verdichtete und zugespitzte Thesen. Die zwar nicht allzu neu sind für jeden, der im Web kommuniziert. Und auch nicht nur den Journalismus betreffen. Sondern auch die PR, die Kommunikation als Ganzes.  Die man bei Diskussionen mit Web-kritischen Dialogpartnern daher Fach-übergreifend heranziehen kann.

V.a. aber habe ich es als “Business Case” gebookmerked, weil es unter Garantie die Kernthese von Jarvis bestätigen wird, dass Verlinkungen das wichtigste sind, nachzulesen in seinen Veröffentlichungen oder bei der FAZ.

„Verleger müssen wie Google denken. Sie denken aber meist noch wie Yahoo, der letzte Vertreter der alten Medienunternehmen im Netz. Yahoo will die Inhalte besitzen und die Menschen dazu bewegen, auf die Yahoo-Seite zu kommen. Diesen Menschen soll dann so viel Werbung wie möglich gezeigt werden. Das ist das alte Modell. Google dagegen verteilt seine Produkte über das Internet, seine Landkarten, seine Videos und seine Werbung. Das ist das neue Modell. [...] Das Schlüsselwort lautet Hyperlinks. Mit diesen Empfehlungen von anderen Internetseiten werden neue Leser gewonnen, die über die Marke nicht gekommen wären. Inhalte ohne Links haben wenig Wert im Netz.“

Mit jeder Verlinkung des Manifests zementiert sich die Wirkung. Unweigerlich. Langfristig. Unkontrollierbar für all diejenigen, die etwas anderes im Sinn haben (vgl. hierzu auch Meedia.de) . Und DAS ist m.E. das eigentlich spannende an dem Internetmanifest – es spielt und nutzt das Netz, und dessen Wirkmechanismus.

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